MUSEUM GIERSCH Frankfurt am Main - Schaumainkai

Zweite Auflage "Die Kaisergalerie im Frankfurter Römer"
"Die Kaisergalerie im Frankfurter Römer"
herausgegeben von:
MUSEUM GIERSCH
Frankfurt am Main, 2007
erschienen im Michael Imhof Verlag, Petersberg
160 Seiten, 90 Farbabbildungen
ISBN 3-935283-15-6, Preis: 19,95 €



Das 150. Jubiläum der Vollendung der Kaisergalerie im Frankfurter Römer bot 2003 den Anlass für eine kunsthistorische Würdigung dieses bedeutenden Zyklus von 52 Kaiser- und Königs-Bildnissen. Damals legte die STIFTUNG GIERSCH mit ihrer Publikation erstmals eine Veröffentlichung des Hauses zu einem öffentlichen Kunst- und Baudenkmal der Stadt Frankfurt am Main vor. Aufgrund der großen Resonanz war das Buch sehr schnell vergriffen, so dass eine Neuauflage durchaus wünschenswert erschien.
Diese liegt nun in korrigierter, verbesserter und erweiterter Form - mit zusätzlichen Abbildungen, durchweg farbig gedruckt sowie ergänzenden Daten zu den dargestellten Regenten - vor. Dem internationalen Interesse an der Frankfurter Kaisergalerie wird die Publikation dadurch gerecht, dass sie nun zweisprachig deutsch/englisch erscheint.
Zustande kam diese Neuauflage durch das große kulturelle Engagement der Frankfurter Volksbank, mit der zusammen die STIFTUNG GIERSCH diese Publikation finanziert.
Die Kaisergalerie im Frankfurter Römer geht in ihrer heutigen Ausstattung mit 52 Kaiser- und Königsbildnissen auf eine Frankfurter Initiative des 19. Jahrhunderts zurück. 1838 von Philipp Veit angeregt und vom Frankfurter Senat bewilligt, stifteten aristokratischee und bürgerliche Personen, Gruppen und Vereine die Herrschergemälde, die in den folgenden 15 Jahren von 33 deutschen und österreichischen Künstlern ausgeführt wurden. Diese Herrscherbildnisse, die dank Auslagerung in den Hochbunker der Wittelsbacher Allee auch den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden haben, zählen seit ihrer Vollendung 1853 zu den herausragenden Kunst- und Kulturdenkmälern der Mainmetropole.
Im Katalogteil sind alle 52 Herrscherporträts ganzseitig abgebildet und mit den wichtigsten Daten zu den dargestellten Kaisern und Königen, dem jeweiligen Maler und Stifter versehen. Die 33 Künstler werden zudem in einer Kurzbiographie vorgestellt. Ein Literaturverzeichnis und Personenregister runden die Publikation ab.
In einem kunstwissenschaftlichen Beitrag verfolgt der Kunsthistoriker Gerd Brüne die Geschichte der Kaisergalerie und legt ihre Funktionen im Repräsentationssaal der Stadt Frankfurt offen. Er vergleicht die 1853 fertiggestellte Kaisergalerie und ihre Vorgängerin mit anderen Beispielen und schildert die Bedingungen, die zu der neuen Porträtgaleriee im Frankfurter Kaisersaal führten. Das neue Bildprogramm ersetzte nicht nur die alte Kaisergalerie, deren altertümlichen Idealporträts den künstlerischen Auffassungen des 19. Jahrhundertes von einer historisch getreuen Wiedergabe der Herrschergestalten nicht mehr entsprach. Vielmehr fand diese Neuausstattung eine Erweiterung, die nahezu alle Herrscher des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation - beginnend mit dem "Gründer" Frankfurts, Karl dem Großen - berücksichtigte und damit eine Aussage für Kaisertum und Kaiserreich traf. In beiden Fällen wurde sowohl der historischen Kontinuität wie dem Anspruch Frankfurts als einstiger Wahl- und Krönungsstadt ein Denkmal gesetzt.
Die STIFTUNG GIERSCH und die Frankfurter Volksbank dokumentieren mit dieser Publiktion erneut ihre Verbundenheit mit der Stadt Frankfurt am Main und der Regionn Rhein-Main sowie ihren Willen, die Kunst- und Kulturgeschichte auch in Zukunft zu fördern.
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